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Anstieg der Schwarzarbeit im Baugewerbe

Zunahme der Verdachtsbaustellen um 5 Prozentpunkte / Erfolgsquote beim Zoll: 76 Prozent / Aufnahme der Soka-Bescheinigung in das Vergabegesetz gefordert


Berlin, 23.01.2012. Im Kampf gegen Schwarzarbeit in der Bauwirtschaft kann die Fachgemeinschaft Bau für das vergangene Jahr eine positive Bilanz verzeichnen. Die Baustellenläufer des Verbandes haben in Berlin 428 Baustellen genauer überprüft und in knapp der Hälfte der Fälle Anzeichen für illegale Beschäftigung festgestellt. Im Vergleich zu den Jahren 2009 und 2010 hat sich die Quote der verdächtig geprüften Baustellen somit jeweils um fünf Prozentpunkte erhöht. „Schwarzarbeit am Bau ist damit nach wie vor ein zentrales Thema der Branche. Es ist und bleibt das Hauptproblem“, kommentiert Hauptgeschäftsführer Reinhold Dellmann das Ergebnis. „Wir müssen der Schwarzarbeit weiterhin verstärkt unsere Aufmerksamkeit schenken.“  

 

Aus der Statistik der Fachgemeinschaft Bau geht zudem hervor, dass alle verdächtig geführten Baustellen an den Zoll gemeldet wurden. Ging dieser den Hinweisen des Verbandes nach, konnte er in 76 Prozent der von ihm geprüften Fälle Schwarzarbeit am Bau ausfindig machen. Erfahrungsgemäß wird sich die Quote noch etwas erhöhen, da vom Zoll bislang nicht alle Baustellen ausgewertet werden konnten.

 

Vor allem auf den Baustellen des Hochbaus tritt illegale Beschäftigung häufig auf. 96 Prozent aller von der Fachgemeinschaft Bau untersuchten Baustellen lagen in diesem Tätigkeitsbereich.

 

Um der Schwarzarbeit in Berlin entgegenzuwirken, fordert die Fachgemeinschaft Bau, die Vorlage der Sozialkassen-Bescheinigung bei öffentlichen Aufträgen. Eine Aufnahme dieser Regelung in das Vergabegesetz, wie es das Bundesland Brandenburg vorgenommen hat, würde die illegale Beschäftigung im öffentlichen Bau drastisch reduzieren.

 

Die Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg e.V. vertritt die Interessen der mittelständischen Bauwirtschaft in Berlin und Brandenburg. Mit ihren rund 900 Mitgliedern ist sie der größte Bauarbeitgeber- und Bauwirtschaftsverband in der Region. Als Mitglied ist die Fachgemeinschaft Bau zudem im Zweckverbund Ostdeutscher Bauverbände (ZVOB) organisiert, der mit seinen ca. 2.600 Mitgliedern als größter ostdeutscher Spitzenverband die Anliegen der ostdeutschen Bauwirtschaft gegenüber Bundes- und Landespolitik vertritt.


Pressekontakt:
Beate Bahr
Tel.: 030 / 86 00 04-19
E-Mail: bahr@fg-bau.de